Homophob? Radikal? Aktuelle Trends & Präventive Ansätze in Berlin

Workshop am 06.03.2019 VON 09:30 BIS 16:30 UHR


Berlin gilt nicht nur in Deutschland, sondern europaweit als Die Metropole der bunten Vielfalt und Offenheit für diverse Lebensstile. Dabei wird die Hauptstadt mit ihrer historisch begründeten, liberalen Haltung gegenüber den Lebensentwürfen ihrer Bürger nicht nur zum Hort vieler Subkulturen, sondern auch zur Vorzeigestadt der queeren Szene.

 

Trotz des beispiellosen Netzwerks aus zivilgesellschaftlichen Akteuren und eigens platzierten Ansprechpersonen für LSBTI bei der Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin, scheint es zur ernüchternden Gewohnheit zu werden, regelmäßig Schlagzeilen über homophobe Übergriffe in Berlin zu lesen. Hierbei stellt sich jedes Mal erneut die Frage, warum es gerade im bunten Berlin – nach aktuellen Erhebungen sogar mit zunehmender Tendenz ­– zu solchen hass- und vorurteilsmotivierten Straftaten kommt und was man dagegen tun kann.

 

In diesem Workshop wollen wir zunächst auf die aktuelle Situation zu homophoben Übergriffen in Berlin schauen und die Unterstützungs- und Präventionslandschaft auf den unterschiedlichen Ebenen betrachten. Wie steht es um die Häufigkeit und Verteilung homophober Kriminaltaten? Warum sind bestimmte Stadtteile besonders betroffen? Außerdem soll untersucht werden, ob es eine einschätzbare Tätergruppe gibt und welche Tatmotive bei homophober Gewalt im Vordergrund stehen. Daran anknüpfend möchten wir schließlich diskutieren, ob Homophobie überhaupt ein Thema für die Radikalisierungsprävention ist.

 

Im Workshop werden wir den folgenden Fragen nachgehen:

  • Ab wann ist von homophober Gewalt zu sprechen?
  • Was bedeutet Homophobie in Hinblick auf die Radikalisierungsprävention? Ist Homophobie Symptom oder Ursache für Radikalisierung?
  • Wäre die Entwicklung eines Täterprogramms speziell für homophobe Gewaltanwender sinnvoll?
  • Wie gut funktioniert die derzeitige Vernetzungs- und Präventionsstruktur in Berlin? Worin liegen die besonderen Probleme und Herausforderungen?

EINGELADENE EXPERT(INN)EN

Ines Karl

Ansprechpartnerin der Berliner Staatsanwaltschaft für LSBTI 

 

Maneo: Schwules Anti-Gewalt-Projekt in Berlin