Radikalisierungsprävention durch Entwicklungsförderung – Teil 2: Gewissensbildung und der Umgang mit Schuld(-gefühlen)

Workshop am 13.09.2019 VON 09:30 BIS 16:30 UHR


Dem schillernden Begriff "Schuld" kann man aus vielen unterschiedlichen Richtungen begegnen. Als erstes mag man dabei vielleicht an viele Dramen und Filme denken, in denen die große Gefühle von Schuld und Scham immer wieder gelungen in Szene gesetzt werden. Oder an ein Gerichtsverfahren im Strafrecht, das dazu dient, die Schuldfrage des Angeklagten zu klären.

 

In diesem Workshop möchten wir das Thema Schuld als psychosoziales Phänomen näher beleuchten, das eng mit der Gewissensbildung verbunden ist. Die Fähigkeit zum Erleben von Scham, Stolz und Schuld erlernen Kinder schon sehr früh – mit Beginn der Bezogenheit auf ihre soziale Umwelt und die vorherrschenden Normen und Werte. Aufgrund von ungünstigen frühen Beziehungserfahrungen können sich unrealistische und quälende Schuldgefühle entwickeln, die sich wiederum in selbstdestruktive Verhaltensweisen oder in Form von starken Racheimpulsen äußern können.

 

Was Schuld und Schuldgefühle mit Radikalisierungsprozessen zu tun haben könnten, darum soll es in diesem Workshop gehen. Gemeinsam wollen wir diskutieren und überprüfen, inwiefern Schulgefühle dazu beitragen könnten, dass sich junge Menschen einer radikalen Gruppe zuwenden, die Entlastung bietet und in diesem Sinne eine Art "Selbstregulation" verspricht.

 

Im Workshop werden wir den folgenden Fragen nachgehen:

 

  • Wie wirkt sich eine defizitäre Gewissensbildung auf das Verhalten aus und welcher Zusammenhang besteht zu Radikalisierungsprozessen? 
  • Welche Ansätze gibt es in der pädagogischen Praxis im Umgang mit Schuld(-gefühlen)?
  • Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Religiosität/Ideologie und Schuld?

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