Sportvereine im Visier radikaler Gruppen? Über Radikalisierung und Prävention im Sport

Workshop am 17.07.2019 VON 09:30 BIS 16:30 UHR


Sportvereine gelten allgemein als wichtiger Ort für Prävention und Bildung. In der Vermittlung von sozialen Kompetenzen und Werten wie Fair Play, Toleranz oder Respekt leisten die über 90.0000 Sportvereine in Deutschland unbestritten einen bedeutenden Beitrag in Sachen Demokratieförderung.

 

Gleichzeitig ist der organisierte Sport aufgrund eines enormen gesamtgesellschaftlichen Stellenwerts auch für radikale Gruppen ein interessantes Betätigungsfeld. Schon seit Jahren wird immer wieder vor Vereinnahmungs- und Unterwanderungsversuchen durch Rechtsextremisten gewarnt, die vorhandene Strukturen für ihre Zwecke nutzen und insbesondere über lokale Fußball- und Kampfsportvereine gezielt den Kontakt zu jungen Menschen suchen. Anders als in Frankreich, wo das Thema Islamismus in Sportvereinen seit einiger Zeit verstärkt zum Thema gemacht wird, ist es in Deutschland über Anwerbestrategien radikal-islamistischer Gruppen bislang wenig diskutiert worden.

 

In diesem Workshop soll es einen erfahrungsbasierten Austausch über die Rolle von Sportvereinen als Orte der Radikalisierung geben. Was wissen wir über Rekrutierungsstrategien radikaler Gruppen in Deutschland und speziell in Berlin? In der interdisziplinären Fachrunde soll außerdem über mögliche Gegenstrategien und präventive Maßnahmen nachgedacht werden.

 

Im Workshop werden wir den folgenden Fragen nachgehen:

 

  • Welche Rolle spielen Sportvereine als Ort der Radikalisierung? Was ist über Tendenzen rechtsextremer und islamistischer Radikalisierung in den Vereinen bekannt?
  • Wie nutzen radikale Gruppen Vereinsstrukturen zur Verbreitung ihrer Ideologie? Von welchen Strategien machen die Gebrauch um neue Mitglieder zu werben?
  • Welche Sportvereine sind besonders von Unterwanderungsversuchen betroffen? Wie kann entgegengewirkt werden?

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